RauhkopfBergtour Rauhkopf, Hohe Tauern/Venedigergruppe, Osttirol

Rauhkopf

--> Fotos

Hohe Tauern/Venedigergruppe, Osttirol, Österreich

Höhe:3070mKategorie:Bergtour - schwer
Höhendifferenz: 1650Hm (ab Pp. Bodenalm), 1750Hm (ab Marin) Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Prägraten oder Obermauern im Virgental
Aufstieg: Schmiedler Alm, Bonn-Matreier-Hütte, Kälberscharte
Abstieg: s. Aufstieg
Hauptexposition: S, W

Beschreibung
Bis zur toll gelegenen Bonn-Matreier-Hütte sind alle Wege weit: 1) Zu Fuß empfiehlt sich, als Ausgangspunkt den gebührenpflichtigen Parkplatz der Bodenalm (6,-€/pro Tag, Stand 2020) zu benutzen (Auffahrt von Prägraten-Wallhorn) und weiter über die Nilljochhütte, die Schmiedler Alm und die Große Nillalm aufzusteigen. 2) Mit dem Rad kann man am Wanderparkplatz Obermauern-Marin starten und in zahllose Kehren auf dem Almweg bis zur bewirtschafteten Schmiedler Alm hinaufstrampeln (unten gute Straße, mit zunehmender Höhe steiler und schottriger). Dabei bleibt man an allen Gabelungen auf der breiten Haupttrasse (die Schmiedler Alm ist nicht auf allen Wegweisern ausgewiesen). Besonders starke Radler können sich von der Schmiedler Alm auch noch über die sehr steile Trasse (tw. betoniert) bis zum Ende des Almwegs bei der Großen Nillalm hinaufarbeiten.
An der Großen Nillalm endet der Fahrweg; ein Wegweiser zeigt den Weiterweg in nördlicher Richtung. Mit einem kurzen Schlenker nach W wird eine steilere Geländestufe umgangen, dann geht es in gut angelegten Serpentinen wieder in N-Richtung bis zum flachen Becken der Sandböden hinauf. Die Hütte ist rechts auf ihrer Felsterrasse schon die ganze Zeit im Blick. Ab den Sandböden knickt der Weg nach O und führt in moderater Steigung auf den Felsriegel zu, auf dem die Hütte sitzt. Kurz vor Erreichen des Felsfußes mündet von links der Venediger-Höhenweg ein. Etwas steilere, aber sehr gut angelegte Serpentinen leiten über den felsigen Aufschwung zur hübschen Bonn-Matreier-Hütte hinauf.
Hinter der Hütte mit wenig Steigung auf unser Gipfelziel zu (N), nach wenigen Minuten wird man von einem Wegweiser halb rechts mit leichtem Höhenverlust in eine Blockwerkhalde geschickt, die man durchquert (O). Man hält sich an einem weiteren Wegweiser links und erreicht in wenigen Minuten den von Weitem sichtbaren Steig, der schmal, aber gut gangbar quer durch die Steilflanke zieht. Kurz vor dem Kälberschartl zweigt die dünne Pfadspur rechts ab und führt über glatte Platten und einige steile Kehren leicht ausgesetzt zu einer Geländekuppe (N). Hier lehnt sich das Gelände wieder etwas zurück und man kann sich einige Minuten in einfacherem Gehgelände erholen. Ein kurzer Gratübergang leitet zum Vorgipfel des Rauhkopf, den man ebenfalls in gerölligem Gehgelände besteigt. Den Übergang zum Hauptgipfel bildet eine putzige Treppe aus Felsplatten. Für einige Höhenmeter beginnt nun der ultimative Luxus: Komfortable angelegte Steintreppen ziehen im Zickzack - vorbei an der 3000m-Marke "Glocknerblick" - bis fast zur Grathöhe hinauf. Erst auf den letzten Metern muss man ein wenig im Blockwerk kraxeln. Die nun erreichte Grathöhe hat in etwa die gleiche Höhe und sicher die gleiche Aussicht wie die Stelle mit dem Gipfelkreuz, Nicht-Schwindelfreie sollten sich hier ihren Brotzeitplatz suchen. Wer keine Angst vor "viel Luft unter dem Hintern" hat, folgt den Seilsicherungen sehr ausgesetzt um einen Felsturm herum in ca. 10 Minuten zum Mini-Kreuz.
__ Hinweis: Am Pp. Marin findet man am Anfang des Fahrwegs eine Schranke und ein Schild "Privatweg - gilt auch für Moutainbiker". Das Schild schließt nur Haftungsansprüche aus, das Radeln ist durchaus erlaubt.
__ Tipp: Unbedingt die Felskapelle an der Bonn-Matreier-Hütte besuchen!

Fazit
Die Tour zum Rauhkopf ist genauso weit wie lohnend. Schon allein der lange Aufstieg bzw. die lange Radltour zur Schmiedler Alm und weiter zur fantastisch gelegenen, nett geführten Bonn-Matreier-Hütte ist landschaftlich ausgesprochen abwechslungsreich und schön. Hinter der Hütte ändert sich der Charakter der Tour schlagartig, spätestens ab dem Abzweig vom Kälberschartl sind solide Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, wobei sich ausgesetzte, steilere Passagen stets mit flacherem, gutmütigen Gehgelände abwechseln. Wer nicht 100% schwindelfrei ist, sollte es mit dem Aussichtspunkt "Glocknerblick" oder dem Erreichen des Gipfelgrats bewenden lassen. Das "Umturnen" des senkrechten Felspfeilers, der den Weg zum Gipfelkreuz verstellt, ist sehr ausgesetzt und verlangt trotz Seilsicherung etwas Überwindung. Die Aussicht vom Gipfel(grat) ist sehr lohnend, bleibt aber nach W durch höhere Berge verstellt.

Zurück