La Marzola - Vizentiner AlpenVizentiner Alpen, Trentino, ItalienHöhe1738 mHöhendifferenz1000 HmSchwierigkeitBergtour - Mittel (Aufstieg)
Bergtour l (Abstieg)
Wintertauglichnein ExpositionSüd, WestEinkehrRif. MaranzaAusgangsortVigolo VattaroAufstiegWaldparkplatz (über Croz delle Ore)AbstiegWaldparkplatz (über Rif. Maranza)


Charakteristik

La Marzola ist einer der Hausberge von Trento und nicht umsonst für ihre Aussicht berühmt. Sie steht zwischen dem tief eingeschnittenen Etschtal und den beiden hübschen Seen Caldonazzo und Levico, nach Osten geht der Blick zu den eindrucksvollen Steilabbrüchen, die das Valsugana einrahmen, im Westen bis zur schroffen Brenta und im Norden bis ????. Wenn möglich, sollte man die Tour nicht am Südgipfel beenden, sondern den Kammweg zum Nordgipfel anhängen, denn dort ergibt sich nochmal eine ganz andere Gipfelschau, die das Rundum-Panorama ergänzt. Allein wird man auf der berühmten Marzola selten sein, der überwiegende Teil der Wanderer kommt aber von Norden vom Passo Cimirlo oder vom Pp. am Rif. Maranzo herauf. Vor allem unser Aufstiegsweg wird vergleichsweise selten begangen, obwohl er durchaus abwechslungsreich, landschaftlich hübsch und auch ein wenig spannend ist. Aufgrund der satten Steilheit und der Ausrichtung nach Süden muss man allerdings schon mit einigen Schweißtropfen rechnen. Trittsicherheit für schmale Weglein im Steilgelände sollte man ebenfalls mitbringen. Der Abstieg via Rif. Marzola ist bestens angelegt und nur stellenweise steil oder schottrig.

Beschreibung

Etwas westlich des Ortszentrum beginnt direkt an der Staatsstraße 349 der Aufstieg zum Rif. Maranza; der Abzweig ist an einem großen Holz kreuz mit Picknickgruppe leicht zu erkennen. Wir folgen - zunächst noch auf Aspahlt - dem Hauptweg und ignorieren alle Abzweige nach links. In einer Rechtskehre geht es geradeaus auf Schotter weiter, wenige Minuten später erreicht man einen Parkplatz im Wald mit Info-Tafel, wo sich unsere An- und Abstiege trennen.

Aufstieg: An der Parkplatz-Einfahrt führt uns ein Wegweiser rechts in einen Waldweg (Beschilderung "Croz delle Ore, La Marzola"). Recht steil geht es in Serpentinen durch den Wald, bis wir unvermittelt wieder vor einer quer laufenden Forststraße stehen. Der Weiterweg setzt sich direkt gegenüber fort; ggf, muss man dazu aber ein paar Baumstämme bzw. Holzstapel umgehen (umfassende Waldarbeiten aufgrund der Sturmschäden vom Nov. 2019, Stand 2021). Ist der Einstieg erst gefunden, windet sich der Steig gut markiert durch den Wald (oder was nach dem Sturm von 2019 davon übrig blieb, NO). Er wird zunehmend schmaler und steiler und gewinnt recht effizient an Höhe. Zwei schroffe, aber nur kurze Felsriegel werden dabei an mustergültig angebrachten Sicherungsseilen nschwierig überwunden. Danach lehnt sich das Gelände ein wenig zurück und wir gelangen mitten im Wald zu einem einsamen Wegweiser, der uns nach links schickt (Gehzeit zur Marzola Sud 1 Std). Noch kurz in NO-Richtung weiter, dann öffnet sich das Gelände und wir finden uns auf einer schwach ausgeprägten Kuppe wieder. Hier verliert man ein paar Meter an Höhe und muss im darauf folgenden Waldstück gut darauf achten, die Markierungen nicht zu verlieren. Den folgenden Grataufschwung umgehen wir linker Hand ohne Höhengewinn in der Steilflanke (NW). Danach gelangen wir wieder in weitläufigeres Gelände und treffen im Wald auf den vom Rif. Maranza heraufkommenden Weg (Abstieg!). Wenige Minuten später ist über einen bequemen Waldweg das Biwak-Hüttchen Raffaele Bailoni erreicht. Hier gehen gleich zwei Wege links ab, die beide mit "Selle delle Marzola" ausgeschildert sind. Wir nehmen den oberen Panoramasteig, der auch den Südgipfel mit einschließt, und schlendern gemütlich direkt am Kamm und mit maximaler Aussicht die letzten Meter hinauf zum kreuzgeschmückten Südgipfel.

Wer noch Kraft und Zeit hat, sollte unbedingt den insgesamt etwa 45-minütigen Weiterweg zum Nordgipfel noch anhängen. Wir folgen dem Gratverlauf in eine Senke und steigen in wenigen Minuten auf zu einer namlosen Graterhebung. Die frisch gewonnenen Höhenmeter verliert man gleich wieder beim Abstieg in die nächste Senke mit dem schönen Namen Selle delle Marzola und noch schönerer Liegewiese. Von dort sind es nur noch wenige Minuten zum ebenfalls kreuzgeschmückten Nordgipfel.

Abstieg: Auf bekanntem Weg zurück zum Biwak Bailoni und der Wegverzweigung kurz darunter. Nun halten wir uns geradeaus (W, Beschilderung Rif. Maranza), wo ein bestens angelegter Serpentinen sehr angenehm die Steilflanke überwindet. Kehre um Kehre geht es so zügig nach unten. Ist der Waldgürtel erreicht, ignoriert man alle abgehenden Seitenwege und folgt immer den zuverlässigen Markierungen und Beschilderungen zum Rif. Maranza. An einem alten Kalkbrennofen mit Infotafel weitet sich der Weg zur Forststraße, so dass man die letzten Höhenmeter zum Rifugio recht komfortabel zurücklegt. Unterhalb des Rifugio - ggf. nach Einkehr - folgen wir der Beschilderung nach links (S). Zunächst noch bequem über die Almwiesen, windet sich das Steiglein bald recht steil die Hangflanke hinunter. An einer etwas undeutlichen Verzweigung halten wir uns links (rechts ginge es nach Bindesi, 2021 nur mit beschriftetem Klebeband markiert). Weiter auf besser werdendem Steig Kehre um Kehre nach S, bis wir in einen breiten, quer laufenden Forstweg einmünden; dort rechts. Wir bleiben nun immer auf dem Hauptweg und gelangen so in etlichen Schlaufen und sehr moderatem Gefälle wieder zurück zum Waldparkplatz (SO).

Hinweis: Am Wochenende ist der Waldparkplatz meist schon in der Früh voll. Es gibt sehr wenige Parknischen entlang der Straße, schlimmstenfalls muss man in Vattaro parken (dann insgesamt ca. 45 Min. mehr).

Hinweis: Die meisten Gipfelaspiranten starten am Rif. Maranza, wo sich ein großer Pp. befindet. Die Auffahrt erfolgt allerdings von N vom Passo Cimirlo auf einer schmalen Bergstraße. Die Höhenmeter reduzieren sich damit zwar auf ca. 700, eine Rundtour ist dann allerdings nicht möglich.