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Eine sehr eingängige Beschreibung der wichtigsten Pflanzenfamilien und ihrer Merkmale findet sich in der Naturwissenschaftlichen Datenbank von T.Seilnacht oder -als interessantes Lernspiel- in der "Virtuellen Schule"
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Besiedlung des Alpenraums
Die heutige Alpenflora setzt sich zusammen aus:
Besonderheiten des alpinen Lebensraums
Alpine Lebensbereiche und Pflanzengesellschaften
Die grossräumigste Einteilung erfolgt nach geologisch-ökologischen Faktoren und Höhenstufen:
Geologie/Ökologie:
Vikariismus: eng verwandte Pflanzenarten lösen sich über Lebensraumgrenzen hinweg ab und vertreten sich gegenseitig. Beispiele:
Die Maus erzählt mehr über die einzelnen Pflanzengesellschaften, sofern man sie auf die folgenden Farbflächen setzt!
Schuttbewohner
Der Lebensbereich Schutt- und Geröllhalden ist durch drei Faktoren gekennzeichnet: Trockenheit (Wasser versickert schnell), wenig Erdreich und instabiler Untergrund mit mechanischer Belastung. Um in diesem unwirtlichen Lebensraum zu bestehen, haben sich seine Bewohner verschiedene Taktiken zugelegt:
Schuttwanderer
durchweben mit langen Kriechtrieben den Schutt; die Triebe können sich bei Verletzung/Verschüttung wieder bewurzeln; Spezialist für stark bewegten Untergrund / Beispiel: Täschelkraut, Glockenblume, Schafgarbe
Schuttstecker
verlängerte und verstärkte aufrechte Triebe arbeiten sich durch die Schuttdecke; Spezialist für stark bewegten Untergrund / Beispiel: Gemswurz, Endivien-Habichtskraut
Schuttüberkriecher
legt sich mit schlaffen Trieben über den Schutt; spezialisiert auf wenig bewegten Untergrund / Beispiel: Gänsekresse, Leinkraut, Pestwurz
Schuttdecker
bildet wurzelnde Decken auf dem Schutt; spezialisiert auf wenig bewegten Untergrund / Beispiel: Silberwurz, Steinbrech
Schuttstauer
bilden mit kräftigen Trieben, Pfahlwurzeln, Polstern und einem dichten Wurzelwerk Blockaden für den bewegten Schutt und schaffen so "Ruheinseln" / Beispiel: Gletscher-Hahnenfuss, Alpen-Mannschild, Alpen-Löwenzahn
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Pflanzen-Stammbaum und Taxonomie
Der Stammbaum einer Pflanze setzt sich zusammen aus Abteilung - Klasse - Ordnung - Familie, die Pflanzenbezeichnung selbst aus Gattung und Art. Ein paar Beispiele:
Die Artnamen bezeichnen die Pflanze näher, indem sie z.B. auf Aussehen (Form, Farbe), Verbreitungsgebiet, Blütezeit, Nutzung o.ä. verweisen. Eine vollständige Liste der Artnamen gibt's hier! Ein paar Beispiele:
Aussehen
Verbreitungsgebiet
Blütezeit
Nutzen
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Die wichtigsten Pflanzenfamilien
KorbblütlerKennzeichen: Körbchen- bzw. köpfchenförmige Blüte, die aus Röhrenblüten und/oder Zungenblüten zusammengesetzt ist und wie eine einzige grosse Einzelblüte wirkt. So besteht z.B. das gelbe "Auge" von Margarite oder Gänseblümchen aus Röhrenblüten, umgeben von weissen Zungenblüten. Während eine Flockenblume z.B. nur Röhrenblüten hat, besteht eine Wegwarte ausschliesslich aus Zungenblüten. "Foto-Modell": Arnika Andere Beispiele: Alpen-Aster, Edelweiss, Berufkraut, Gemswurz, Huflattich, Kornblume |
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KreuzblütlerKennzeichen: Charakteristisch sind die vier kreuzförmig angeordnete Blütenblätter und die sechs Staubblätter (4x lang, 2x kurz). Die Blüten sitzen traubenförmig auf den Stengeln; als Früchte werden Schoten bzw. Schötchen ausgebildet. "Foto-Modell": Schaumkraut Andere Beispiele: Brillenschötchen, Gemskresse, Zahnwurz, Täschelkraut |
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LippenblütlerKennzeichen: Die Blütenblätter bilden eine charakteristische, schnabelförmige Ober- und Unterlippe aus. Neben den vier Staubblättern (2x kurz, 2x lang) weisen Lippenblütler oft einen vierkantigen Stengel und kreuzweise gegenständige Blätter auf. "Foto-Modell": Gelber Salbei Andere Beispiele: Goldnessel, Pyramidengünsel, Wirbeldost, Batunge, Drachenkopf |
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Rachenblütler (=Braunwurzgewächse)*)Kennzeichen: Bei dieser Pflanzenfamilie sind die Blüternblätter mehr oder weniger stark zu einem Rachen, Schlund oder Trichter verwachsen. Als Frucht werden idR Kapseln ausgebildet. "Foto-Modell": Gauklerblume Andere Beispiele: Alpenrachen, Alpenhelm, Fingerhut, Klappertopf, alle Arten Läusekraut *) die Familie der Rachenblütler befindet sich stark im Umbruch: so werden Läusekraut, Klappertopf, Alpenrachen, Wachtelweizen zunehmend den Sommerwurzgewächsen zugerechnet; Löwenmaul und Fingerhut hingegen den Wegerichgewächsen. Die Gauklerblume bildet im neuen Klassifikationsschema sogar eine eigene Gruppe. |
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SchmetterlingsblütlerKennzeichen: Die Blüte besteht aus zwei seitlichen Blütenblättern, einem aus zwei Blütenblättern zusammengewachsenen "Schiffchen" unten und einer aufgerichteten, oft etwas umgeschlagenen "Fahne" oben. Die Staubblätter sind oft zu einer Röhre verwachsen, als Früchte werden Hülsenfrüchte ausgebildet. "Foto-Modell": Hauhechel Andere Beispiele: Steinklee, Frühlingsplatterbse, Zwergginster, Süssklee, Lupinen, Wicken |
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DoldenblütlerKennzeichen: Die Blütenstände befinden sich auf ungefähr gleich langen Haupt- und Nebenachsen, so daß eine schirmartige Gesamtblüte entsteht. Als Doldenblütler gelten nur Pflanzen, deren Haupt- und Nebenachsen im gleichen Punkt entspringen. Als Früchte werden Spaltfrüchte ausgebildet. "Foto-Modell": Sterndolde Andere Beispiele: Engelwurz, Bärenklau, Anis, Kümmel, Fenchel, Mannstreu |
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OrchideenKennzeichen: Orchideenblüten bestehen aus drei äusseren (Kelchblätter bzw. Sepalen) und drei inneren Blütenblättern (Kronblätter bzw. Petalen), Form und Farbe der Blütenblätter fällt dabei sehr unterschiedlich aus. Besonders die mittlere (=untere) Petale kann die verschiedensten Formen annehmen: von schmalen Schnäbeln über breit ausladenden Lippen bis hin zur Schuhform gibt es zahllose Varianten. Die Staubblätter sind mit dem Griffel zu einer Säule verwachsen. "Foto-Modell": Waldhyazinthe Andere Beispiele: Waldvögelein, Frauenschuh, Nestwurz, Kohlröschen, alle Arten Stendelwurz, alle Arten Kuckucksblumen |
Bestimmungshilfen

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Blütenformen und -aufbau
Korbblütler |
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Lippenblütler |
z.B. Rosengewächse |
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Schmetterlingsblütler |
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Verbreitungsgebiete und Pflanzengesellschaften
Besiedlung des Alpenraums
Die heutige Alpenflora setzt sich zusammen aus:
- Vertretern der ursprünglichen tropischen Vegetation (z.B. Hauswurz)
- Zuzüglern aus anderen Gebirgsregionen wie dem Kaukasus (z.B. Steinbrech)
- Zuzug von Tieflandgewächsen aus Nordeuropa (z.B. Habichtskraut)
- Zuzügler aus dem Mittelmeerraum (z.B. Knabenkraut)
Besonderheiten des alpinen Lebensraums
Faktoren:
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Anpassung:
|
Die grossräumigste Einteilung erfolgt nach geologisch-ökologischen Faktoren und Höhenstufen:
Geologie/Ökologie:
- Kalkgestein: Nord- und Südalpen -- ursprüngliche magmatische Erdkruste -- basisch -- relativ warm und trocken
- Silikatgestein: Zentralalpen -- Meeressedimente, Riffe von Kalkalgen und Korallen -- sauer
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Wichtige Faktoren sind die Waldgrenze und die sog. Schneegrenze (Beginn der Höhenlage mit weniger als 2 Monaten Schneefreiheit), dazu natürlich auch Sonnen- und Windexposition, Schneemengen etc. Besondere Lebensräume sind sog. "Schneetälchen" (meist N-seitige Mulden der oberen alpinen Zone auf Silikat mit einer Aperzeit von nur 2-3 Monaten) und "Lägerflure" (jahrzehntelange Nutzung durch Weidevieh führt gebietsweise zu starker Dünger-Anreicherung). |
- Kochs Enzian (Gentiana acaulis) vertritt auf Silikatgestein den nur auf Kalk vorkommenden Grossblütigen Enzian (Gentiana clusii)
- Die Rostrote Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) vertritt auf sauren Silikatböden ihre kalkliebende Verwandte, die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum)
- Oberhalb von etwa 2300m wird der scharfe Hahnenfuss (Ranunuculus acris) vom Berg-Hahnenfuss (Ranunculus montanus) abgelöst
Frei nach "Alpenpflanzen im Lebensraum, Herbert Reisigl/Richard Keller"
Die Maus erzählt mehr über die einzelnen Pflanzengesellschaften, sofern man sie auf die folgenden Farbflächen setzt!
| Silikat: | Kalk: |
|---|---|
Der Lebensbereich Schutt- und Geröllhalden ist durch drei Faktoren gekennzeichnet: Trockenheit (Wasser versickert schnell), wenig Erdreich und instabiler Untergrund mit mechanischer Belastung. Um in diesem unwirtlichen Lebensraum zu bestehen, haben sich seine Bewohner verschiedene Taktiken zugelegt:
Schuttwanderer
durchweben mit langen Kriechtrieben den Schutt; die Triebe können sich bei Verletzung/Verschüttung wieder bewurzeln; Spezialist für stark bewegten Untergrund / Beispiel: Täschelkraut, Glockenblume, Schafgarbe
Schuttstecker
verlängerte und verstärkte aufrechte Triebe arbeiten sich durch die Schuttdecke; Spezialist für stark bewegten Untergrund / Beispiel: Gemswurz, Endivien-Habichtskraut
Schuttüberkriecher
legt sich mit schlaffen Trieben über den Schutt; spezialisiert auf wenig bewegten Untergrund / Beispiel: Gänsekresse, Leinkraut, Pestwurz
Schuttdecker
bildet wurzelnde Decken auf dem Schutt; spezialisiert auf wenig bewegten Untergrund / Beispiel: Silberwurz, Steinbrech
Schuttstauer
bilden mit kräftigen Trieben, Pfahlwurzeln, Polstern und einem dichten Wurzelwerk Blockaden für den bewegten Schutt und schaffen so "Ruheinseln" / Beispiel: Gletscher-Hahnenfuss, Alpen-Mannschild, Alpen-Löwenzahn
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Man spricht "botanisch"...
Pflanzen-Stammbaum und Taxonomie
Der Stammbaum einer Pflanze setzt sich zusammen aus Abteilung - Klasse - Ordnung - Familie, die Pflanzenbezeichnung selbst aus Gattung und Art. Ein paar Beispiele:
| Abteilung | Klasse | Ordnung | Familie | Gattung | Artname | Deutscher Name |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bedecktsamer | Zweikeimblättrig | Enzianartige | Enziangewächs | Gentiana | lutea | Gelber Enzian |
| Bedecktsamer | Zweikeimblättrig | Korbblütlerartige | Korbblütler | Leontopodium | alpinum | Edelweiss |
| Bedecktsamer | Zweikeimblättrig | Lippenblütlerartige | Lippenblütler | Salvia | pratensis | Wiesen-Salbei |
| Bedecktsamer | Einkeimblättrig | Lilienartige | Germergewächs | Veratrum | album | Weisser Germer |
| Bedecktsamer | Einkeimblättrig | Orchideenartige | Orchideengewächs | Dactylorhiza | maculata | Geflecktes Knabenkraut |
Die Artnamen bezeichnen die Pflanze näher, indem sie z.B. auf Aussehen (Form, Farbe), Verbreitungsgebiet, Blütezeit, Nutzung o.ä. verweisen. Eine vollständige Liste der Artnamen gibt's hier! Ein paar Beispiele:
Aussehen
| latifolius (breitblättrig) | angustifolius (schmalblättrig) | rotundifolius (rundblättrig) | alternifolius (wechselblättrig) |
| glabrus (glatt) | barbatus (haarig) | viscosus (klebrig) | spinosus (dornig) |
| album (weiss) | lutea (gelb) | coeruleus ( blau) | purpureus, rubicundus (dunkelrot) |
| acaulis (stengellos) | reptans (kriechend) | rectus (aufrecht) | ramosus (verzweigt) |
Verbreitungsgebiet
| alpestris (Alpen-) | pratensis (Wiesen-) | montanus (Berg-) | sylvaticus (Wald-) |
Blütezeit
| vernalis (Frühlings-) | autumnalis (Herbst-) | aestivalis (Sommer-) | majalis (Mai-) |
Nutzen
| officinalis (Heil-) | tinctorius (zum Färben) |
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