Charakteristik
Dass man auf einem per Seilbahn erschlossenen Berg keine Einsamkeit erwarten darf, ist wenig überraschend. An schönen Wochenenden und in der Ferienzeit gondeln die Bewohner des Salzburger Umlands genauso gerne herauf "aufs Hörndl" wie die Touristen. Zu Fuß ab St. Gilgen kommen eher wenige, was evtl. auch an den extrem steilen und teilweise auch recht ruppigen Wegen liegen dürfte. Bergauf mühsam und schweißtreibend, bergab kniefeindlich wurden die Höhenmeter in ein Minimum an Strecke gepackt. Aber so ist man wenigstens schnell am Ziel und in puncto Aussicht kann man dem Zwölferhorn keine Vorwürfe machen: im Süden sind Hochkönig, Bischofsmütze und Dachsteinmassiv aufgereiht, im Norden glitzern mit Wolfgang-, Mond- und Fuschlsee gleich drei Seen herauf.
Beschreibung
Der Aufstieg zum "Hausberg" über dem Wolfgangsee beginnt in St. Gilgen direkt gegenüber der Seilbahn-Talstation. Bestens beschildert wird man durch die oberen Häuser des Orts gefädelt. An einer Gabelung entscheiden wir uns nicht für den schwarz klassifizierten Steig zum Gasthaus Weißwand links, sondern für den gutmütigeren Waldweg rechts (Einstufung rot). Links vom obersten Anwesen beginnt ein Waldsteig, der uns zu einer weiteren Verzweigung führt, dort links bergauf (SW). Knackig steil erreichen wir die Einmündung in den Fahrweg und halten uns links. Auch der Fahrweg weist eine stattliche Steigung auf und so erreicht man zügig die Felsenkanzel, wo man mit einminütigem (!) Abstecher dem Gasthaus Weißwand in toller Panoramalage einen Besuch abstatten kann (SO). Unverändert steil, nun auch geröllig geht es auf breiter Trasse in S-, später SO-Richtung durch den Wald. Auf einem kurzen Flachstück dürfen wir den Rechtsabzweig zur Lärchenhütte ignorieren, kurz danach unterqueren wir erstmals die Seilbahntrasse. Noch kurz behalten wir die SO-Richtung bei, dann führt ein Rechtsknick (W) nochmal ultrasteil hinauf zu dem Wiesenabsatz mit der Sausteigalm direkt unter der Seilbahn. Wir entscheiden uns links wiederum für den einfacheren, rot klassifizierten Weg und steigen zuerst mäßig, dann sehr steil auf holperiger Spur die Skipiste hinauf, weiter oben leiten einige bequemere Serpentinen zum Ansatz des Gipfelrückens (S). Wir wenden uns nach rechts (SW) und können nun nahezu beliebig die freie Wiese mit den verschiedenen Steigvarianten hinaufstapfen zur Panoramaplattform und weiter zum meist dicht belagerten Gipfelkreuz.
Hinweis: Natürlich kann man sich auch mit einer Wegstrecke begnügen und für Auf- oder Abstieg die Gondelbahn nutzen, der Ausgangspunkt ist praktischerweise derselbe. Die Preise für einzelne Berg- oder Talfahrten unterscheiden sich allerdings kaum von den Kombitickets.