MäderhornCharakteristik
Eine Tour fast ohne Verzweigungen und größtenteils immer in derselben Richtung, das könnte langweilig sein. Ist es aber überhaupt nicht. Man kann nämlich sämtliche Spielarten einer gletschergeprägten Landschaft durchwandern: angefangen von grüner Almlandschaft, einigen mehr oder weniger reißenden Bergbächen, unterschiedlich bewachsenen Moränen, markanten Gletscherschliffen und einem türkisfarbenen See mitten in einem Geröllkessel. Der Restgletscher des Monte Leone zieht (noch) bis fast zum Kaltwassersee hinab. Der gesamte Weg ist bestens angelegt, nur im Mittelteil ist der Weg stellenweise etwas steinig-ruppig. Je nach Wasserstand ist bei den teilweise schmalen Stegen über die Bachläufe Vorsicht geboten. Nach oben zu wird der Weg im weitläufigen Moränen- und Geröllgelände dann immer besser, der Kaltwasserpass mit dem gleichnamigen See direk tunterhalb des Monte Leone mit seinem Restgletscher wäre allein schon ein lohnendes Ziel. Ersteigt man dann noch bequem die Mäderlicke und den direkt danebenliegenden Gipfel, so wird auch der Blick übers Rhônetal und die dominanten Felsgestalten gegenüber (Finsteraarhorn, Aletschhorn, Bietschhorn) frei.
Beschreibung
Am besten beginnt man die Tour am alten Simplon-Hospiz (es gibt auch einen Zubringer vom Hotel Bellevue an der Nordseite des Passes) und steigt zunächst hinauf zum Hüttenensemble Rotels (O) und an Steinmäuerchen entlang zu einer Graskuppe. Dahinter verflacht der Weg und führt sehr malerisch an einem Bächlein entlang hoch über der Simplonstraße nach O. Über ein breites Band und ein paar Bachläufe (tw. mit Stegen überbrückt) erreichen wir die weitläufigen Hänge unterhalb des Monte Leone, die wir nun in NO-Richtung durchqueren. Zunächst noch begrünt, später zwischen Geröll und Bächen und schließlich auf Gletscherschliffen nähert sich der stets gute Weg dem von Weitem sichtbaren Wasserfall. Der dazugehörige Bachlauf wird oberhalb des Wasserfalls problemlos über einige Stege gequert. Dann zieht der Weg komfortabel links (NW) auf einen markanten Moränenrücken, der nun bis zum Kaltwasserpass mit dem gleichnamigen See die Route vorgibt (NO). Wir folgen nun noch ein ganz kurzes Stück der Route zur Monte-Leone-Hütte, die etwas verloren im Geröll des Wasenhorns sitzt. Schon nach wenigen Metern biegen wir an einem Wegweiser allerdings links ab Richtung Mäderlicke (NW). Nach wenigen Metern tut sich ein überraschend weitläufiges Geröllkar auf, das auf dem bestens angelegten Weg zügig erstiegen wird. Von der Einsattelung der Mäderlicke muss man nur noch kurz links hinüberschlendern zum wenig ausgeprägten Gipfel des Mäderhorns mit Steinmanndl und aussichtsreicher Liegewiese.